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USA und Kanada: Wachsende handelspolitische Spannungen und neue Zusatzzölle
USA und Kanada: Wachsende handelspolitische Spannungen und neue Zusatzzölle
Die Handelsbeziehungen zwischen den USA und Kanada geraten im Jahr 2026 zunehmend unter Druck. Obwohl das United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) weiterhin in Kraft ist und für Waren, die die entsprechenden Ursprungsregeln erfüllen, eine präferenzielle Zollbehandlung vorsieht, haben beide Länder im Jahr 2026 neue Maßnahmen eingeführt, die das nordamerikanische Handelsumfeld erheblich verändern.
Was geschieht derzeit in den USA?
Im Juli 2026 haben die USA auf der Grundlage von Section 338 des Tariff Act of 1930 zusätzliche Zölle in Höhe von 50 % auf bestimmte kanadische Produkte eingeführt. Die betroffenen Waren sind in den Anhängen der jeweiligen Presidential Proclamations aufgeführt: Section 338 – Milchprodukte · Section 338 – alkoholische Getränke · Section 338 – Kraftfahrzeuge. Nach einer vorübergehenden Aussetzung dieser Zölle sind sie am 22. August 2026 wieder in Kraft getreten.
Parallel dazu gelten weiterhin die Maßnahmen gemäß Section 232 des Trade Expansion Act von 1962 für bestimmte Stahl-, Aluminium- und Kupferprodukte sowie daraus hergestellte Erzeugnisse. Für bestimmte Waren beträgt der zusätzliche Zollsatz 50 %. Gleichzeitig gelten produktspezifische Regelungen und Ausnahmen, unter anderem für bestimmte Waren aus Kanada und Mexiko, die die Voraussetzungen des USMCA erfüllen.
Die betroffenen Waren und Zolltarifnummern sind in den Anhängen der entsprechenden Proklamationen aufgeführt: Section 232 – Proklamation und Warenlisten.
Für Unternehmen bedeutet dies: Der jeweilige MFN-Zollsatz (Most Favoured Nation = Regelzollsatz), eine mögliche USMCA-Präferenz und anwendbare Zusatzzölle müssen getrennt geprüft werden.
Kanada reagiert ab dem 8. September 2026
Kanada hat zum 8. September 2026 neue Gegenmaßnahmen gegen ausgewählte US-Waren eingeführt. Vorgesehen sind Zollsätze von 15 %, 25 % und 50 %, wobei sich der jeweilige Satz an den entsprechenden US-Maßnahmen orientiert. Betroffen sind Waren im Wert von rund 27,6 Mrd. CAD, unter anderem aus den Bereichen Stahl und Aluminium, Milchprodukte, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Zellstoff und Papier sowie Elektronik.
Die vollständige Liste der betroffenen Waren und Zolltarifnummern ist unter folgendem Link verfügbar: Liste der US-Produkte, die ab dem 8. September zusätzlichen kanadischen Zöllen unterliegen.
Hinzu kommt, dass die Verbraucher in Kanada massiv auf den Erwerb US-amerikanischer Konsumgüter verzichten und einige Lebensmittelketten einige Produkte komplett aus dem Sortiment genommen haben.
Wie geht es weiter?
Parallel zu den aktuellen Zollmaßnahmen findet 2026 die Überprüfung des USMCA statt. Im Mittelpunkt stehen unter anderem Ursprungsregeln, die Automobilindustrie, Stahl und Aluminium, die Landwirtschaft, wirtschaftliche Sicherheit sowie nordamerikanische Lieferketten.
Für Unternehmen bleibt die handelspolitische Lage in Nordamerika somit mit erheblicher Unsicherheit verbunden. Bei Einfuhren zwischen den USA und Kanada gewinnen daher die korrekte ZolltarifZolltarif Der Zolltarif bündelt Warenklassifikation (steuerliche Nomenklatur) und Zollsätze sowie weitere EU-Regelungen, die die Abgabenhöhe beeinflussen. Rechtskontext EU-Definition beschreibt Zolltarif explizit als Nomenklatur… Mehr erfahren →/“>Einreihung in den Zolltarif, die Ermittlung des Warenursprungs und die Prüfung der USMCA-Präferenz weiter an Bedeutung. Bei der Bewertung Ihrer Warenströme unterstützt Sie unsere Zoll- und Außenwirtschaftsberatung.
Die entscheidende Frage ist, ob die USA und Kanada ihre Handelsbeziehungen im Rahmen der USMCA-Überprüfung stabilisieren können oder ob sich die nordamerikanischen Lieferketten dauerhaft auf höhere und komplexere Zollbelastungen einstellen müssen.
Stand: September 2026